Tim Krischak hat auf Kommunikation Zweinull für den Twittwoch Ruhr das Social Media Echo auf die Veranstaltung „Still-Leben A40“ im Rahmen der ruhr2010 untersucht. Bei diesem Event wurde die Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets einen Tag lang lahmgelegt und als große Kultur- und Picknickfläche für alle Anwohner des Ruhrgebiets und ihre Gäste genutzt. In mehreren Schwüngen konnte man sich vorab mit einem kleinen Konzept um einen der Tische bewerben und so ein großes Kennenlernen und Miteinander erleben – Essen und Kultur, gibt ja wenig, was mehr verbindet bzw. wenig, was sozialer wäre.

Tim hat eine bilderreiche Slideshare erstellt, die einen ersten Eindruck vermittelt, wie die Atmosphäre auf der Autobahn war:

Seine Auswertung liefert dann folgendes Ergebnis:

Das Still-Leben war vor allem ein Event der Bilder. In dem Videoportal YouTube findet man 971 Videos und bei dem Bilderdienst Flickr 3.285 Fotos. Am Tag des Events und an den darauf folgenden Tagen gab es etwa 100 Blogbeiträge, in denen man weitere Fotos findet.

Fragen:

Wenn ich die gefundenen Daten einmal den 3.000.000 (in Worten: drei Millionen) Besuchern gegenüberstelle, war es im Social Web deutlich stiller als auf der Autobahn.

Haben Twitter & Co. aller medialen Aufmerksamkeit zum Trotz eine breitere Bevölkerungsschicht noch nicht erreicht?

Ich finde diese Analyse und die daraus entstehenden Fragen aus zwei Gründen besonders spannend, erstens weil wir im Rahmen von treibhaus 0.8 die Agentur besucht haben, die für die Umsetzung verantwortlich war, tas in Essen. Und zweitens, weil die Konzeption von Events, die auch Social Media-Kanäle nutzen, mein Lieblingsfeld ist.

Frank Tentler steigt in die Diskussion ein und meint:

Das ist (leider) das Paradoxum von Social Web:

ist das Live-Erlebnis so beeindruckend, dass es einen begeistert, wird wenig in Echtzeit darüber berichtet.
Will ich also Werbung VON dem Event haben, muss ich selbst für eine transmediale Berichterstattung sorgen. Das muss strategisch gut überlegt werden und man muss sich klug Tools auswählen und ebenso bedienen (Transmedia Strategie). Eine Führung der Anwesenden via Web wäre Kontraproduktiv, da es vom Erlebnis ablenkt. Also kann eine Social-Web-Berichterstattung WÄHREND eines Events nur den Sinn machen, mehr Leute zu motivieren hin zu gehen (was bei einer Veranstaltung wie Still-Leben sicher gegangen wäre, aber da es eh schon stellenweise viel zu voll war…), oder eine Dokumentation zu erstellen, die sich in Echtzeit um Eindrücke der Anwesenden, die auch berichten, ergänzt. Will man das erreichen, braucht es aber auch einer Social-Web-Unit, die diese Berichterstattung live überträgt. Das gab es aber während der gesamten RUHR2010 nur für die Produktionen in Duisburg (s. www.du2010.de ).

Natürlich kann ich ein Event aber auch so konzipieren, dass ich automatisch für mehr Wind im Social Web sorge, indem ich Anreize schaffe, mich während des Events einzuloggen, wie das z.B. das Coca Cola Village demonstriert hat. Allerdings ist das eine Frage der Zielgruppe und so glaube ich, dass Tim durchaus recht hat mit seiner Update-Einschätzung, dass einfach wenige Smartphone-Nutzer auf der A40 unterwegs waren. Interessant wäre es vielleicht noch gewesen auf Facebook und die anderen sozialen Netzwerke wie Wer-kennt-wen zu gucken, wie dort das Echo ist. Die Bündelung aller Tweets, Fotos und Videos in einer Live-Dokumentation (am besten noch mit PDF-Funktion zum Download – wenn das rechtlich geht) hätte ich toll gefunden: Events können durch solche mehr oder weniger user-generated-Dokumentationen unheimlich an Nachhaltigkeit gewinnen.

 

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